Die Empfehlung oder Vorschrift, daß unter einer laufenden Enbrel-Therapie keine Kinder gezeugt werden dürfen und ein Sicherheitsabstand von 6 Monaten zwischen der Enbrel-Therapie und der Zeugung eingehalten werden sollte, beruht in erster Linie auf Produkthaftungsgesichtspunkten und nicht auf medizinischen Daten, nach denen unter einer Therapie mit Enbrel bei dem Kind Schäden zu befürchten sind. Allerdings gibt es umgekehrt auch keine Daten, die das Gegenteil belegen, d.h. daß eine Therapie mit Enbrel im Hinblick auf die anstehende Schwangerschaft sicher ist, und damit muß unter juristischen Aspekten die derzeitige Empfehlung sein, unter Enbrel keine Kinder zu zeugen.
Von einer theoretischen Warte her ist ein Einfluß der Enbrel-Therapie auf die Spermien nicht zu erwarten. Allerdings wäre mir diese Aussage zu unsicher, um einem Mann mit gutem Gewissen raten zu können, unter einer laufenden Enbrel-Therapie ein Kind zu zeugen.
Die Frage ist, ob wirklich ein Sicherheitsabstand von 6 Monaten eingehalten werden muß. Die Halbwertszeit von Enbrel ist sehr kurz, und der Körper produziert die Spermien kontinuierlich, so daß nach Absetzen der Therapie schon sehr bald keine Spermien mehr produziert werden, die unter dem Einfluß von Enbrel gebildet wurden. Nach menschlichem Ermessen sollte eigentlich ein Sicherheitsabstand von 2-3 Monaten völlig ausreichend sein. Allerdings kann man diese Aussage nur unter Ausschluß jeglicher Haftung machen.