Fragen und Antworten zu TNF-alpha-Blockern  
 
 

Zeugungsfähigkeit unter Remicade

Frage aus der Kategorie: Fragen zu Infliximab (Remicade)
Eine Frage von 38-jähriger Mann mit einer rheumatoiden Arthritis:

Aus der Telefonsprechstunde vom 7. Januar 2004. Der Anrufer ist ein 38-jähriger Mann mit einer rheumatoiden Arthritis.

 

Seit einem Jahr wird eine Therapie mit Infliximab durchgeführt. Gefragt wird nach der Zeugungsfähigkeit unter Remicade. Bei dem Patienten wurde zuvor eine Therapie mit Methotrexat und Arava durchgeführt, die vor mehr als einem Jahr beendet wurde.

Die Antwort gibt Prof. Dr. med. Gerd Horneff, 19.02.2004:

Unter einer Therapie mit Methotrexat und einer Therapie mit Arava sollte auch ein männlicher Patient auf eine sichere Schwangerschaftsverhütung durchführen. Ein zeitlicher Abstand zwischen der Einnahme der Medikamente und einer geplanten Zeugung von 3-6 Monaten nach einer Mtx-Therapie und von 2 Jahren nach einer Arava-Therapie kann als ausreichend betrachtet werden. Für Arava gibt es ein spezielles Auswaschverfahren, mit dem die Zeit von 2 Jahren abgekürzt werden kann. Nach dem Auswaschverfahren wird durch 2 aufeinanderfolgende Blutuntersuchungen getestet, ob sich noch ein Rest des Wirkstoffs im Körper befindet. Ist dies, wie normalerweise zu erwarten, nicht der Fall, kann eine Zeugung erfolgen.

 

Patientinnen, die mit Anti-TNF-Hemmern behandelt werden, sollten nicht schwanger werden, da keinerlei systematische Erfahrungen über den Einfluss der Anti-TNF-Therapie auf das ungeborene Kind bestehen.

 

Bislang sind einige wenige Patienten (ca. 50) unter einer Therapie mit TNF-Hemmern schwanger geworden. Im Ergebnis dieser Schwangerschaften zeigte sich keine Häufung von Missbildungen oder Fruchtschädigungen anderer Art. Die Anzahl gesund geborener Kinder entsprach dem Erwartungswert.

 

Erfahrungen über Schwangerschaften und Geburten, bei denen der Vater des Kindes mit TNF-Hemmern behandelt wurde, sind mir nicht bekannt. Rein theoretisch ist davon auszugehen, dass das Medikament nicht in großer Menge in die Samenflüssigkeit übertritt und genetische Schäden an den Samenzellen wahrscheinlich nicht hervorruft. Für positive Empfehlungen zur Zeugungsfähigkeit stehen aber zur Zeit noch keine Untersuchungsergebnisse zur Verfügung.



 
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